Angst loswerden - Gib deiner Angst ein Gesicht
- sandradecoi
- 15. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Hast du auch schon versucht, deine Angst einfach wegzuschieben?
Vielleicht kennst du Gedanken wie:
«Jetzt hör endlich auf, dir solche Sorgen zu machen.»
Oder:
«Das ist doch völlig irrational.»
Du versuchst, dich abzulenken, an etwas Schönes zu denken oder dich zusammenzureissen. Und trotzdem wird die Angst irgendwie immer grösser.
Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du nicht allein.
Warum Wegdrücken oft nicht funktioniert
Kennst du den Satz:
«Denk jetzt bloss nicht an einen rosa Elefanten.»
Na, woran hast du gerade gedacht?
Genau.
Unser Gehirn funktioniert so nicht. Je mehr wir versuchen, einen Gedanken oder ein Gefühl wegzudrücken, desto mehr Aufmerksamkeit schenken wir ihm. Und genau dadurch bleibt es oft präsent.
Mit Angst ist es häufig ganz ähnlich.
Je stärker wir gegen sie ankämpfen, desto mehr Raum nimmt sie ein.
Der Angst ein Gesicht geben
Eine Übung, die ich im Mentalcoaching immer wieder einsetze, wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewohnt.
Ich lade meine Klientinnen und Klienten ein, der Angst nicht auszuweichen, sondern sie genauer anzuschauen.
Denn Angst verliert oft einen Teil ihrer Macht, wenn sie nicht mehr nur ein grosses, unbestimmtes Gefühl ist.
Nimm dir einen Moment Zeit und beantworte für dich folgende Fragen:
Wovor habe ich eigentlich genau Angst?
Was befürchte ich ganz konkret?
Wie wahrscheinlich ist es wirklich, dass das passiert?
Wenn meine Angst eine Figur wäre – wie würde sie aussehen?
Ist sie gross oder klein?
Hat sie einen Namen?
Wie steht oder bewegt sie sich?
Es gibt dabei keine richtigen oder falschen Antworten.
Sei einfach neugierig.
Am besten ist es, wenn du dir die Antworten handschriftlich notierst. Du befasst dich viel genauer mit dem Thema und du erhältst schneller Erkenntnisse.
Warum diese Übung helfen kann
Solange Angst nur ein diffuses Gefühl ist, wirkt sie oft riesig.
Sobald wir sie genauer betrachten, wird sie greifbarer.
Vielleicht stellst du fest, dass deine Angst gar kein riesiges Monster ist, sondern eher ein kleiner Zwerg. Oder ein nerviger Papagei, der ständig dasselbe wiederholt.
Allein dieses Bild schafft oft etwas Abstand.
Du bist nicht deine Angst.
Du hast Angst.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Angst möchte dich schützen
Auch wenn sie sich unangenehm anfühlt – Angst hat grundsätzlich eine gute Absicht.
Sie möchte dich vor Gefahren schützen.
Manchmal schlägt unsere innere Alarmanlage jedoch auch dann an, wenn gar keine echte Gefahr besteht.
Genau deshalb lohnt es sich, die Angst nicht einfach wegzudrücken, sondern sie besser kennenzulernen.
Mein Impuls für dich
Falls dich deine Angst das nächste Mal besucht, versuche nicht sofort, sie loszuwerden.
Frag sie stattdessen:
«Wovor möchtest du mich eigentlich schützen?»
Vielleicht wirst du überrascht sein, welche Antwort dir in den Sinn kommt.
Und vielleicht merkst du dabei auch, dass deine Angst gar nicht so mächtig ist, wie sie sich zuerst angefühlt hat.
Denn manchmal beginnt Veränderung nicht damit, dass die Angst verschwindet.
Sondern damit, dass wir aufhören, vor ihr davonzulaufen.



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