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Innerer Kritiker: Wie du deine innere Stimme positiv beeinflusst



Ein Stück weit ist es ganz normal, dass wir einen inneren Kritiker in uns haben. Es ist sogar sinnvoll, wenn wir unsere eigenen Handlungen reflektieren. Wir denken nach, bewerten Situationen, planen, zweifeln, vergleichen und überlegen, was wir beim nächsten Mal vielleicht anders machen könnten.


Und eigentlich meint es unser innerer Kritiker gut mit uns. Früher hatten diese Gedanken häufig einen Sinn. Sie haben uns geholfen, uns anzupassen, dazuzugehören, Fehler zu vermeiden oder uns besser vorzubereiten.


Wie bei so vielem kommt es aber auf das Mass an.

Ist die kritische innere Stimme zu laut, kann sie uns schaden. Dann macht sie uns klein, blockiert uns oder sorgt dafür, dass wir uns selbst im Weg stehen. Ist sie hingegen gar nicht vorhanden und wir sind überhaupt nicht selbstkritisch, wirken wir vielleicht schnell arrogant oder wenig reflektiert – und werden von anderen nicht unbedingt als angenehme Gesellschaft wahrgenommen.


Es geht also nicht darum, den inneren Kritiker komplett loszuwerden. Viel hilfreicher ist es, ihn wahrzunehmen und bewusst zu entscheiden, wie viel Raum wir ihm geben möchten.


Wenn der innere Kritiker zu laut wird

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

„Ich bin nicht gut genug.“

„Das hätte ich besser machen müssen.“

„Andere schaffen das doch auch.“

„Ich mache immer alles falsch.“


Solche Gedanken können sehr belastend sein. Vor allem dann, wenn sie immer wieder auftauchen und wir ihnen ungefiltert glauben.


Wenn du das Gefühl hast, dass dich dein innerer Kritiker blockiert, kannst du einmal eine dieser beiden Techniken ausprobieren – oder auch beide ;)


1. Gib deinem inneren Kritiker eine lustige Stimme

Lass deinen inneren Kritiker zum Beispiel wie Mickey Mouse sprechen. Oder stell dir vor, er müsste seine Kritik singen. Vielleicht spricht er auch mit einer übertrieben hohen Stimme oder wie eine Figur aus einem Zeichentrickfilm.


Das klingt zuerst vielleicht etwas seltsam, kann aber sehr wirkungsvoll sein. Denn dadurch verändert sich oft sofort das Gefühl. Die kritischen Gedanken wirken nicht mehr ganz so bedrohlich und du schaffst eine emotionale Distanz zwischen dir und deinem inneren Kritiker.



2. Wechsle die Perspektive

Sprich mit dir selbst so, wie ein guter Freund oder eine gute Freundin mit dir sprechen würde.


Zum Beispiel:

„Du machst das doch ganz gut.“

„Du gibst dein Bestes.“

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

„Du darfst lernen.“

„Du hast schon vieles geschafft.“

„Ein Fehler bedeutet nicht, dass du falsch bist.“


Oft sind wir mit anderen viel freundlicher, geduldiger und verständnisvoller als mit uns selbst. Genau deshalb kann dieser Perspektivenwechsel so hilfreich sein.



Der innere Kritiker muss nicht verschwinden

Das Ziel ist nicht, deinen inneren Kritiker zu eliminieren. Er darf da sein. Aber er muss nicht die Führung übernehmen.

Du darfst lernen, selbst die Führungsrolle in deinem inneren Gesamtsystem zu übernehmen. Du entscheidest, wie laut oder leise diese innere Stimme gerade sein darf – und ob sie dir im Moment wirklich hilft oder dich eher blockiert.

Genau darum geht es im Mentaltraining: die eigenen Gedanken besser wahrzunehmen, innere Muster zu erkennen und neue, hilfreichere Strategien zu entwickeln.

 
 
 

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