Wie unser Gehirn lernt – und warum Veränderung trainierbar ist
- sandradecoi
- 9. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Unser Gehirn ist zu unglaublichen Leistungen fähig. Nicht, weil wir besonders diszipliniert oder talentiert sind, sondern weil es formbar ist.
Es lernt ständig. Durch Erfahrungen, Wiederholungen, Gefühle und durch die Art, wie wir mit uns selbst sprechen.
Das gilt nicht nur für Schule oder Wissen, sondern genauso für Gewohnheiten, Verhalten, Motivation und persönliche Entwicklung.
Wie Lernen im Gehirn funktioniert
Unser Gehirn besteht aus über 100 Milliarden Nervenzellen .Diese Zellen sind miteinander verbunden – und genau diese Verbindungen entscheiden darüber, was uns leicht fällt und was sich schwer anfühlt.
Immer wenn wir etwas denken, tun oder üben, werden bestimmte Nervenzellen gleichzeitig aktiv. Was gemeinsam aktiv ist, verbindet sich.
Am Anfang entstehen nur schwache Verbindungen. Mit jeder Wiederholung werden sie stärker.
Warum Wiederholung so wichtig ist
Am Beginn gleicht Lernen einem Trampelpfad. Er ist schmal, unsicher und schnell wieder überwuchert.
Wiederholung macht daraus:
erst einen Weg
dann eine Straße
schließlich eine Autobahn
Wiederholung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist biologisches Training für das Gehirn.
Je öfter eine Verbindung genutzt wird, desto stabiler bleibt sie – und desto leichter fällt uns das, was wir tun.
Unser Gehirn braucht Gefühle
Unser Gehirn ist ein Überlebensprofi. Es ist vor hunderttausenden von Jahren entstanden – lange vor Schule, Terminen oder To-do-Listen.
Damals hatte es vor allem eine Aufgabe: Unser Überleben sichern
Deshalb merkt sich unser Gehirn Dinge besonders gut, wenn sie:
neu sind
mit Gefühlen verbunden sind
für uns persönlich wichtig wirken
Gefühle sind wie Marker. Sie sagen dem Gehirn: „Das ist relevant – das solltest du behalten.“
Warum Druck und Angst Lernen erschweren
Stress, Angst oder innere Abwertung senden dem Gehirn ein klares Signal:
❌ Gefahr
❌ Energie sparen
❌ lieber nichts Neues riskieren
Motivation, Sicherheit und Sinn senden ein anderes Signal:
✅ Das lohnt sich
✅ Das darf bleiben
✅ Hier kann ich lernen
Veränderung passiert dort, wo sich das Gehirn sicher fühlt.
Die innere Stimme entscheidet über Leichtigkeit oder Blockade
Viele unterschätzen, wie stark unsere innere Sprache wirkt.
Sätze wie:
„Ich kann das nicht.“
„Das ist sinnlos.“
„Ich bin einfach so.“
blockieren das Gehirn.
Andere Sätze öffnen Lernräume:
„Ich trainiere gerade.“
„Ich darf Zeit brauchen.“
„Mein Gehirn kann dazulernen.“
Deine innere Stimme ist kein Kommentar. Sie ist ein Trainingsplan für dein Gehirn.
Gute Lerner haben keinen Vorteil – sie nutzen ihr Gehirn anders
Menschen, denen Lernen oder Veränderung leichter fällt, haben nicht automatisch mehr Talent.
Sie haben gelernt:
ihrem Gehirn Bedeutung zu geben
Gefühle bewusst zu beeinflussen
Druck durch Training zu ersetzen
Das ist trainierbar.
Wichtig
Du bist nicht dein Gehirn. Du hast ein Gehirn.
Und du kannst lernen, wie du mit ihm umgehst.
Du kannst es:
unterstützen
entlasten
stärken
Oder es dir unnötig schwer machen.
Veränderung braucht keinen Zwang. Sie braucht Verständnis.
Dein Gehirn ist kein Gegner. Es ist ein lernfähiger Partner.
Und je besser du es verstehst, desto leichter wird Lernen und Entwicklung – Schritt für Schritt.

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